Miss Marple ist längst in Ruhestand,

die wunderbare Resi Berghammer leider Geschichte,

traurige Zeiten also für neugierige, betagte Ermittlerdamen.

Doch damit ist nun Schluss,

denn im  Altweibersommer 2018 kommt:

 

HANNELORE HUBER

  

Optisch ist ihr möglicherweise der längst absolvierte achtzigste Geburtsstag zuzutrauen, weil verdammt hartes Leben, tatsächlich aber wurden erst siebzig Jahre ihrer irdischen Guthabenkarte verbraucht. Und gut ist das, denn deutlich betagter auszusehen hilft nicht nur, um in Wartezimmern oder Bussen Sitzplätze zu ergattern, sondern auch, um hinter der vermeintlichen Unscheinbarkeit des Alters getarnt äußerst interessante Einblicke zu gewinnen.

 

Diesbezüglich kommen Hannelore Huber folgende Eigenschaften sehr gelegen: Zäh ist sie, grad raus, schonungs-, und kinderlos, von äußerst versteckter Güte, und natürlich kerngesund. Ein im Hinblick auf das bevorstehende Abenteuer nicht unwichtiger Umstand.

 

Gut, ein bisschen „Rücken“ geht in diesem Alter immer, und Knie vielleicht auch nicht mehr ideal für Buckelpiste und Beichtstuhl. Aber das spielt alles keine Rolle, denn Hannelore Huber mangelt es ebenso an Eitelkeit, wie dem greisen Dorfpfarrer Ulrich Feiler an Keuschheit. Insofern wird ihr das zukünftige Oberkleid keine großen Kopfzerbrechen bereiten, sprich: Das Lange Schwarze. Endlich Witwe. Nimmt sie zumindest an. Nur leider:


Glaubenthal. Abgelegene Postkartenidylle. Sanfte Hügel, dichte Wälder, anständige Bürger, Frischluft sowieso.

Hannelore Huber aber weiß es besser, schließlich lebt sie am Rande dieses Dorfes, und so manches stinkt hier gewaltig zum Himmel. Ganz besonders die Leichen in diversen Kellern. Und eine davon steht im Mittelpunkt von Thomas Raabs furiosem neuen Kriminalroman: Walter Huber. Hannis Ehemann.

Unter äußerst mysteriösen Umständen ist er verstorben. Aber wozu hinterfragen! Hauptsache tot. Die beiden haben zwar beinah das ganze Leben miteinander verbracht, den größten Teil allerdings konsequent aneinander vorbei. Folglich freut sich die alte Huber nun auf ihren wohlverdienten Ruhestand – doch sie freut sich zu früh. Denn vor den Augen der versammelten Trauergemeinde fällt Walters Sarg in die Grube, springt auf und offenbart einen falschen Leichnam. Da stellt sich natürlich nicht nur die Frage, wer diesen Toten auf dem Gewissen hat oder was in Glaubenthal sonst noch alles in den Gräbern herumliegt, sondern vor allem: Wo ist Walter?


Thomas Raab erzählt mit großartigem schwarzem Humor, wie sich die grantige Huberin inmitten eines zwielichtigen Dorfkosmos auf die Suche nach ihrem verschollenen Ehemann begibt. Unterstützung erhält sie dabei ungebeten von einer fremden rotzfrechen Göre, die zumindest einen vielversprechenden Nachnamen trägt: GLÜCK.


Kiepenheuer&Witsch

(ISBN: 978-3-462-05095-0)

 

erscheint am 07.09.2018

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